Fazit:
"Zeitgeschichte kann spannender sein als jeder Krimi." (Guido Knopp)
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Hitlers Frauen
wollten sich vielleicht nicht unglücklich machen oder
gar seinetwegen umbringen, doch zog sie die Massenhysterie
an. So auch Hitlers Nichte Geli Raubahl oder die englische
Braune, seine ausländische Verehrerin Unity (Valkyrie)
Mitford, die sich nach Kriegsbeginn in den Kopf schoss, aber
erst Jahre danach an den Folgen verstarb.
Riefenstahl beteuert zwar, dass sie nur ganze 7 Monate für
Hitler gearbeitet hat, doch machen ihr Filme, wie "Triumph
des Willens", über den Reichsparteitag, sowie "Tiefland",
in dem Sinti und Roma als Zwangsarbeiter zu Statisten verpflichtet
wurden, zu schaffen. Sie habe nur die "Realität mit künstlerischen
Mitteln abgebildet".
Es gab allerdings auch Frauen gegen Hitler, die dem Bann widerstehen
konnten, und zwar v.a. Marlene "The Kraut" Dietrich, die in
der US-Army als Truppenbetreuerin das Propaganda-Pendant zu
Leni Riefenstahl bildete, indem sie für Kriegsanleihen
warb.
Das Blatt schien sich, nachdem Astronomen es voraussagten,
Mitte April 1945 zu wenden, und zwar mit dem Tod Theodor Roosevelts.
Nachdem der erhoffte Rückschlag jedoch nicht einsetzte
und Hitler fluchte, dass er "nur von Idioten umgeben" sei,
rieten ihm alle (außer Goebbels) die Flucht zu ergreifen.
Eva Braun stand ihm dennoch bis zum bitteren Kopfschuss treu
zur Seite, das erste mal gegen seinen Willen, denn sie wollte
nicht in das schutzbietende Salzkammergut.
Bevor sie sich mit dieser nach Bittermandelöl
duftenden Blausäure, zum dritten Versuch und nun erfolgreich,
das Leben nahm, verriet sie ihren Schwager. Der wollte flüchten,
aber wurde letztlich kurz vor Kriegsende hingerichtet, so
wie sich Hitler später am 30. April 1945 in die Schläfe
schoß.
Das Paar, er mit Deutschland verheiratet, am Tag seiner Hochzeit
ein Testament schreibend, und die im Goldkäfig eingesperrte
Gattin Eva, zum Hitler hoch jauchzend - zu Tode betrübt,
wurde alsbald verbrannt.
Einmal, als sie ihren Mann im Führerbunker zu jeder Tageszeit
bewundern konnte, meinte Eva Hitler eher betrübt darüber
dass "er doch ganz anders sein", ihr nur noch seine vegetarische
Kost empfahl und stets von Hunden sprach. Die gelernte Fotografin
war wohl der "wie Wachs"-fügige und ihren Stil nachahmende
Ersatz für Geli Raubahl.
In Knopps neuem Buch wird aber auch von der Gefolgsfrau Magda
Goebbels, der alsbald toten Muse Winifred Wagner und der schwedischen
Sängerin Zarah Leander geschrieben.
Mit dem außergewöhnlichen Mix aus Gefolgsfrauen
und einer Gegnerin Hitlers stellt dieser Band eine recht umfassende
Meinungsbildung, ein Psychogramm der Frauen des Dritten Reiches
dar.
Guido Knopp schreibt in diesem, wie auch in vorangegangenen
Veröffentlichungen über Hitler, einfach und erzählerisch.
Die Komponenten von zwischengeschlechtlichen Beziehungen besonderer
Art und eines in der Öffentlichkeit um Diskretion erpichten
Diktators versetzten Knopp in die Lage eines Schriftstellers,
der zwischen Geschichtswissenschaft und interessantem Erzählstil
einen kompakten Themenüberblick bietet und diesen mit
Briefzitaten und Bildern gekonnt kombiniert.
Robert Assmann
(Copyright
© 2004 lesewelt.de)
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