Fazit:
Nicht die CDU-Krise wäre wirklich gefährlich,
sondern das Scheitern ihrer Bewältigung! |
|
Eine Bilderbuchkarriere: l6-jährig tritt Helmut Kohl in die
pfälzische CDU ein. Er gehört stets zu den Jüngsten, sammelt
Erfolg um Erfolg.
Mit 16 Kanzlerjahren übertrifft er endlich sogar sein Vorbild
Adenauer.
Wenn es um den Ausbau seiner Macht geht, nimmt Helmut Kohl
keine Rücksicht. Er belohnt Gefolgsleute, stellt Gegner rigoros
kalt, setzt im politischen Kampf systematisch Geld als Machtinstrument
ein.
Sein Lehrmeister, ein katholischer Pfarrer, hat dem Christdemokraten
früh einen Ratschlag fürs Leben mitgegeben: »Das Wichtigste
in der Politik ist, die Kasse muß stimmen.«
H. Leyendecker recherchierte den Werdegang Kohls bis zur wohl
größten Affäre der deutschen Nachkriegszeit, die das Kanzlerdenkmal
zu Fall bringt.
Geschildert werden die Hintergründe der CDU-Parteispendenskandale
seit 1949.
Der nach Kanada geflohene Waffenhändler Karlheinz Schreiber
hat die Affäre ausgelöst Er stammt aus dem Dunstkreis von
Kohls Männerfreund Franz Josef Strauß.
Seit 1995 sind Augsburger Steuerfahnder und Staatsanwälte
Schreiber wegen millionenschwerer Schmiergeldzahlungen bei
Panzer- und Airbusgeschäften auf der Spur; ihre Ermittlungen
führen zur Enttarnung des illegalen Finanzsystems der CDU.
Schreibers Karriere vom Provinzunternehmer zum Lobbyisten
für Weltkonzerne, seinen Platz im System Strauß, seine Geschäfte,
seine Tarnfirmen, seine Verfolger beschreibt M. Stiller.
H. Prantl analysiert und bewertet die Politik Helmut Kohls
und die Folgen des Skandals für ihn, für die CDU und
für die politische Kultur der Bundesrepublik: Was bleibt von
dem Staatsmann Kohl und dem europäischen Gründervater, der
einst als junger Wilder begann?
Welche Rolle spielen die Justiz und die Medien bei der Auflklärung
der Affären Kohl und Schreiber?
Was hat der Spendenskandal in Deutschland verändert?
(Copyright © 2000 Steidl Verlag)
Hans Leyendecker, geb. 1949, arbeitete 18 Jahre beim
Spiegel und seit 1997 für die Süddeutsche Zeitung.
Als Chronist beschäftigt er sich mit Affären - ohne
ihn wäre der Parteispendenskandal nicht ans Licht gekommen.
Heribert Prantl, geb. 1953, war Richter u. Staatsanwant
in Bayern, nun ist er Chef des SZ-Ressorts Innenpolitik, fordert
er die Beachtung der rechtsstaatlichen Prinzipien.
Michael Stiller, geb 1945, seit 32 Jahren als Redakteur
bei der Süddeutschen Zeitung, ist Spezialist für
CSU, wirtschaftliche Verflechtungen - war an der Aufdeckung
der Amigo- u. Zwickaffaire beteiligt.
|