Fazit:
Unterhaltsamer wie lehrreicher Einblick in die Psychologie,
die unser tägliches Leben beherrscht. |
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Kein Fernsehkanal ohne psychologisierende Talk-Shows, keine
Zeitschrift ohne Kummerecke, kein Kfz-Verkäufer ohne Psycho-Coach.
Das 20. Jahrhundert war das Jahrhundert des Sigmund Freud. Die
Theorien des Wiener Arztes und die seiner amerikanischen Gegenspieler
haben Denken, Fühlen und Handeln der Menschen tiefgreifend verändert.
Ob in der Arbeit, in der Liebe oder beim Sex - die Psychologie
hat sich in jedem Lebensbereich unersetzlich gemacht. Miriam
Gebhardt berichtet, wie es dazu kam.
Am Ende des Jahrhunderts stehen Massenpsychologie, Werbepsychologie,
psychologische Kriegsführung, stehen Verhaltenstherapien, Gestalttherapien,
Gruppentherapien, steht noch immer die Psychoanalyse. Alles
Erfindungen, die gute hundert Jahre alt sind. Was um 1900 herum
bescheiden anfing - in Wilhelm Wundts kleinem »psychologischem
Labor«, auf Sigmund Freuds Couch, in Iwan Pawlows Hundezwinger
- hat sich am Ende des Jahrhunderts auf der ganzen Linie durchgesetzt.
Wer heute nach Selbstverwirklichung trachtet, wer lustvolle
Sexualität leben möchte oder auch nur ein Auto kaufen, wird
an der Seelenexpertise nicht vorbeikommen.
Miriam Gebhardt zeigt, wie die Psychologie das letzte Jahrhundert
geprägt hat. Sie rekonstruiert den Weg einer Wissenschaft, die
sich an allen entscheidenden Orten der Gesellschaft eingenistet
hat: in der Fabrik, in der Schule, in der Familie, im Gerichtssaal,
zuletzt im Selbst jedes Individuums. Sie erzählt die Geschichte
einer großen Errungenschaft und einer ebenso großen Verführung.
Miriam Gebhardt, geboren 1962, lebt als Journalistin
und Historikerin in München. Sie hat mit einer Arbeit über das
deutsch-jüdische Bürgertum promoviert und schreibt u.a. für
Stern, Die Zeit, Süddeutsche Zeitung und Marie Claire.
(Copyright © 2002 DVA)
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