Fazit:
Ein ungewöhnliches Buch eines preisgekrönten Autors. |
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"Es gibt keine bitteren Früchte im Himmel. Und keinen Honig in Satans Speisekammer." Mit diesem (erfundenen) Zitat aus der Bibel eröffnet Jim Crace einen Reigen aus 64 Texten, die sich alle ums Essen drehen - um das Essen als wichtiges Element menschlichen Lebens, aber auch als Folie unserer Sehnsüchte, Gedanken, Erinnerungen und Projektionen.
Aphorismenhaft-knappe Texte stehen neben kleinen Geschichten mit oft überraschenden Pointen und Wendungen, sinnlich-appetitliche Episoden wechseln sich ab mit verstörenden und provokanten Texten. Oft wiegt sich der Leser in der Sicherheit einer vertrauten Szene, nur um mit Boshaftigkeit und Ironie hinauskatapultiert zu werden - in ein literarisches Universum, in dem alles hinterfragt wird und das doch auch Antworten und Trost kennt. Nicht zuletzt den Trost des (über)irdischen Genusses, wie er sich in den zwei Wörtern von Geschichte 64 manifestiert: "Ach, Süße."
In 64 literarischen Kabinettstückchen über Eros und Tod, über Rituale und Grenzüberschreitungen nimmt Jim Crace den Leser mit auf eine sinnliche, heitere und nachdenkliche Reise durch seine skurrile Philosophie oder Metaphysik des Essens. Ein üppiges, abwechslungsreiches, vielschichtiges Lesevergnügen - und Gedankenfutter im wahrsten Sinne des Wortes. Denn du bist, was du isst!
Jim
Crace, 1946 geboren, gehört zur ersten Garde britischer
Schriftsteller. Für seine sieben Romane, die in 14 Sprachen
übersetzt wurden, erhielt er alle bedeutenden angelsächsischen
Literaturpreise. Seine Internetseite lautet www.jim-crace.com.
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