Fazit:
Ein Einblick hinter die gehüteten Kulissen eines
Milliarden-Unternehmens. |
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(Die Rezension bezieht sich auf die nicht mehr lieferbare
Hardcover-Ausgabe, inhaltlich hat dies aber keine Auswirkungen.
Die Red.)
ALDI: ein Markenname mit einem Bekanntheitsgrad, der an
den Duden heranreicht, ein Synonym für unschlagbar billiges
Einkaufen. Drei Viertel der deutschen Bevölkerung rechnen
sich zu den regelmäßigen Kunden.
Die spartanisch ausgestatteten Discountläden sind noch
immer Kartonverwahranstalten mit dem Charme einer Legebatterie,
aber sie haben das Image des Arme-Leute-Ladens überwunden.
Schnäppchenjagd bei Aldi ist in Zeiten mit fünf Millionen
Arbeitslosen für die einen Notwendigkeit, für die
Aldianer Kult.
In rund 3000 Filialen allein in Deutschland setzt der schweigsame
Riese geschätzte 45 Milliarden Mark um. Aldi will keine
Öffentlichkeit und hat auch keine - das Handelsimperium
zieht die Anonymität vor, das international wie ein Multi
agiert.
Die Brüder Theo und Karl Albrecht sind mit ihrer Discountidee
in die Riege der reichsten Männer der Welt aufgestiegen.
Ihr Privatvermögen wird derzeit auf circa 20 Milliarden
Mark geschätzt. Offizielle Zahlen gibt es nicht.
Durch ein trickreich eingefädeltes Netz mittelständiger
Firmen umgehen die Geheimniskrämer die Bilanzpflicht. Der
Konzern hat seine Arme längst in die europäischen
Nachbarländer und nach Übersee ausgestreckt.
Weniger in der Art eines Wirtschaftskrimis denn als flanierende
Begehung eines vielschichtigen Phänomens entwirft der Autor
in seinem Buch ein Panorama, das unser Konsumverhalten, den
hemmungslosen Kult um den Discount und dessen politische Implikationen
mit ironischen Brechungen untersucht.
(Copyright © 1998, 1999 Blessing Verlag)
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